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23.03.15 11:23 Alter: 3 Jahre

COOL-Besuch in Daltonschule Alsdorf

Von: ar

COOL-Besuch in Daltonschule Alsdorf

Die jährliche Auslands-Exkursion des Impulszentrums COOL, bei der erstmalig auch Landeskoordinator/innen dabei waren, führte nach Alsdorf bei Aachen zum Dalton-Gymnasium Alsdorf, einer der Top-5-Schulen Deutschlands.

Warum besuchten COOL-MultiplikatorInnen das Daltongymnasium in Alsdorf?
Helen Parkhurst und der Daltonplan als „way of life“, kein fertiges Modell, sondern „work in progress“– das sind die Schlüsselbegriffe zu den COOL-Wurzeln, daher versuchen wir immer wieder mit Schulen in Kontakt zu treten, die diese Haltung auf breiter Basis verwirklichen, also Daltonentwicklung zur Schulentwicklung erhoben haben. 

Das Daltongymnasium Alsdorf ist ein besonders gelungenes Beispiel einer Erfolgsgeschichte von Schulentwicklung und wurde 2013 mit dem deutschen Schulpreis ausgezeichnet. Daher freuten wir uns besonders an dieser Schule vom 9.-10.03.2015 einen Besuchstermin bekommen zu haben:

Die Ziele der Schule - Selbstständigkeit des Lernens, Verantwortung übernehmen, soziales Miteinander - decken sich ganz ausgezeichnet mit den Zielen von COOL.

Grundlage zur Erlangung des deutschen Schulpreises ist ein umfassendes Bildungsverständnis, das in sechs Kriterien zum Ausdruck kommt: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Verantwortung, Schulleben und Schulklima sowie Schule als lernende Institution. 

Da dieser Preis unter dem Motto „Dem Lernen Flügel verleihen“ ins Leben gerufen wurde, wollten auch wir COOL-MultiplikatorInnen uns mit diesem Besuch Flügel verleihen. 

Gymnasium Alsdorf von einem „Scherbenhaufen“ (2002) zur Schulpreisschule 2013:

2003 Beginn der Schulentwicklung-neu, 2004 durch Kontakt mit dem Maurick College in Vught (NL) Kennenlernen des Daltonplans! Mit der Umstrukturierung zu Dalton verließen nur 2 Lehrpersonen die Schule! Nach 3 Jahren waren Lernpläne für alle Schulstufen erstellt.

Die wichtigsten Beweggründe für die Veränderung (in Zitaten vom Schulleitungsteam)

Beginn des Schulentwicklungsprozesses mit der Frage „Was wollen wir nicht mehr? Keine überlasteten Lehrer, Lehrer mehr zum Unterrichten bringen, Methoden werden überschätzt, eine Schulleitung braucht Visionen und muss Ärger aushalten können, Lehrpersonen müssen wollen, das geht aber nur über hohe Beziehungsqualität, KollegInnen nicht mit immer mehr Konferenzen an die Wand fahren, kein perfektionistischer Ansatz, alle müssen einsteigen können, keine tollen Assignments,  alle Fächer machen mit, alle Klassen“.

Dalton verändert Organisation-Zeitkontingent-Inhalte:
Das Schuljahr besteht aus 4 Phasen, Schüler bekommen pro Halbjahr einen Daltonplaner, in dem alles vermerkt ist: Lernpläne für jede Phase mit Daltonaufgaben UND den Inhalte des gebunden Unterrichts (längerfristige Unterrichtsplanung entlastet Lehrer!) 

Lernpläne 
sind anfangs eher ein Inhaltsverzeichnis, keine elaborierten Assignments, Schulbuchaufgaben, später steigen die Anforderungen an Lernpläne bezüglich Länge und Differenzierung für Schüler und Lehrer. Jede Lehrperson muss ihre Lernpläne auf Plattform hochladen (dafür gibt es kein „Klassenbuch“)- für alle verfügbar!

Lehrerraumprinzip: 
jeder Lehrer ist für einen Raum zuständig, in den Daltonstunden wählen die Schüler wo und was sie bearbeiten, immer ein Raum der Stille dabei. Durchmischung der Klassen und Altersstufen!

Stundenraster: 
von 34 Wochenstunden sind 10 Daltonstunden, 2x täglich je 45 min (3.+5.Einheit, 7.E noch zusätzlich Dalton-Silentium-Raum der Stille- verfügbar), Daltonstunden nicht geblockt (entspannender für Schüler, mehr Bewegung in der Schule), 1x wöchentlich Tutorstunde zur Lernplanung,  2-Stundenfächer werden pro Halbjahr auf 4-stundenfächer verdichtet.

Schulleitung und Steuerungsgruppe:
10-12 Personen der Steuerungsgruppe entwickeln das Konzept immer weiter, Veränderungsvorschläge werden bei jeder Konferenz abgestimmt. Schulleitung bietet „Meckerrunden“ für Lehrer, Schüler und Eltern als Anregung für die Steuerungsgruppe.

persönliche Eindrücke von Helga Wittwer:

  • Zuerst Beziehungsarbeit im Kollegium und im Umgang mit Schülern („radikaler Respekt“) - SE2C lässt grüßen!
  • Allein die Strukturveränderung – ganz Schule macht Dalton, 2x täglich – schafft den totalen Paradigmenwechsel (für Schüler und Lehrer!) OHNE didaktische Sonderleistungen.
  • Alle Lernpläne sind auf einer Plattform für alle zugänglich- Fachteams überarbeiten diese immer wieder, Lehrerentlastung durch das Übernehmen von Lernplänen, ist für jeden (Durchschnitts-)Lehrer machbar! Sanfter Einstieg für junge Kolleginnen leicht!
  • Freiheit nach Maß: Freiheit der Schüler in Daltonstunden endet, wenn Aufgaben nicht erfüllt werden, Förderkurse finden in den Daltonstunden statt, werden bei Notwendigkeit verordnet. 

Weitere Informationen:

http://dalton-education.eu/konzept/ 

www.gymnasium-alsdorf.de   

Interview mit dem Schulleiter: https://www.youtube.com/watch?v=fsAurlYoe8Y


 
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