Lernbegleitung in a nutshell

Ein Beitrag von Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Franz Hofmann - Board-Mitglied:

Lernbegleitung benennt eine der wichtigsten Tätigkeiten einer Lehrperson; wahrscheinlich war das vor einigen Jahren der Grund für eine Initiative, künftig nicht mehr von Lehrpersonen (denen der Geruch der Direktivität anhaftet), sondern von Lernbegleiter:innen zu sprechen. Wenngleich diese Umbenennungsinitiative nicht überregional erfolgreich war, lohnt es sich aus den eingangs erwähnten Gründen, einen genaueren selbstvergewissernden Blick auf diesen Tätigkeitsbereich zu richten.

An welchem Dreischritt können sich Lehrpersonen orientieren, wenn sie ihre Schüler:innen individuell bei ihren Lernprozessen unterstützen?

  • beobachten, sich einfühlen (im Sinne einer ganzheitlichen Diagnostik, die die Sachebene mit der psychologischen Ebene verbindet): Lehrpersonen, die um Unterstützung gebeten werden, sind zunächst gut beraten, eine Haltung des Fragens, des Beobachtens und des Sich-Einfühlens einzunehmen. Schlüsselfragen wären z. B.: „Welche Frage oder welches Problem beschäftigt dich?“ oder: „Was brauchst du, damit du weiterarbeiten kannst?“
  • abwägen: In weiterer Folge besteht qualitätsvolle Lernbegleitung darin, dass Lehrpersonen abschätzen, wieviel lösungswegbezogene Unterstützung ein:e Schüler:in „verträgt“ oder ob der eine oder andere direkte Lösungshinweis eher ins Tun bringt (lösungsbezogene Hinweise).
  • den Gewinn ansprechen: Ein letzter Schritt, der aufgrund der Zeitnot im Unterricht oft übersehen wird, würde darin bestehen, nach einer bestimmten Zeitspanne der Problemlösung zu:m:r Schüler/in zurückzukehren und zu besprechen, was er oder sie aus diesem „Hänger“ für die eigene Selbststeuerung mitnehmen kann, und zwar auf der fachlichen Ebene (z. B. „Aha ja, da hätte ich nachschauen können, dann wäre ich über diese Hürde drübergekommen“) und auf der psychologischen Ebene (z. B. „Ok, wenn mich zukünftig wieder der Stress überfällt, weil ich hängen bleibe, dann habe ich jetzt eine Idee, was ich tun kann, um wieder in eine gelassenere Stimmung zu kommen“).

Ein solches Agieren braucht Zeit und Aufmerksamkeit auf Seiten der Lehrpersonen; gerade Ersteres ist nach Aussagen vieler Lehrer:innen Mangelware. Nehmen sich Lehrpersonen aber diese Freiheit („Nicht die Zeit bestimmt, was ich tue, sondern ich bestimme, wie ich meine Zeit nutze“), begleiten sie Schüler:innen in einer Qualität, die eine Lernbegleiter-App nicht zu bieten imstande wäre. Das ist – anderslautenden medialen Lehrerersatz-Parolen zum Trotz – eine der bleibenden USPs von Lehrpersonen. Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, dass eine solche Qualität menschlicher Zuwendung durch eine KI substituierbar ist.

Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Franz Hofmann


in Brixen, Südtirol

Ein weiterer COOL-Community Talk findet an der Emma-Hellenstainer Schule in Brixen, Südtirol statt:

Infos zum COOL-Community Talk am 2. Februar 2024: HIER
Link zur Anmeldung: HIER

 

DANKE an das Team der Schule und an Herrn Mag. Robert Schmidhofer von der BHAK/BHAS Innsbruck für das Organisieren!


Zertifizierung: Impulsschule

Vorreiter in der Bildung: Die HLW Hollabrunn wird COOL-Impulsschule

Seit 2016 arbeitet die HLW Hollabrunn nach dem Prinzip des kooperativen, offenen Lernens. Dabei wird das schuleigene COOL-Konzept laufend ausgebaut, evaluiert und weiterentwickelt. 14 Lehrkräfte haben bereits den viersemestrigen Hochschullehrgang abgeschlossen, vier weitere starten diese Ausbildung im Herbst. Viele andere Lehrkräfte arbeiten immer wieder mit COOL-Aufträgen bzw. nutzen verschiedenste Elemente des Unterrichtsprinzips.

Freiheit, Kooperation und Selbstverantwortung sind dabei die großen Schlagwörter – die Schüler:innen haben im COOL-Unterricht viele Wahlmöglichkeiten, so können sie sich am COOL-Tag die Reihenfolge der Fächer, die Sozialform sowie den Lernort selbst aussuchen. Bei dieser Form des Unterrichts zeigen die Schüler:innen, dass sie sich selbst organisieren und selbstständig Inhalte erarbeiten können. Das ist oft eine willkommene Abwechslung zum Regelunterricht.

Neben den COOL-Aufträgen, die die Schüler:innen im Rahmen des Unterrichts bearbeiten, bedeutet COOL auch im Lehrerteam und in der Schulentwicklung eine kontinuierliche Weiterarbeit, die sich z.B. an Planungsklausuren und Jour-Fixe-Terminen festmachen lässt.

Um all diese Bemühungen auch sichtbar zu machen, haben wir am Ende des Jahres die Zertifizierung der HLW Hollabrunn als COOL-Partnerschule eingereicht. Nach genauer Prüfung der Unterlagen durch das COOL-Impulszentrum konnten wir diesen Status sogar überspringen und sind seit dem 8. September 2023 offiziell eine COOL-Impulsschule.

Im Rahmen einer Zertifizierungsfeier blickten Frau Direktor Marion Hofmann und COOL-Multiplikatorin Alexandra Fiedler auf den Entwicklungsprozess der letzten Jahre zurück, anschließend wurde die Urkunde von zwei Vertreterinnen des COOL-Impulszentrums, Helga Geyrecker und Milena Lukan, feierlich überreicht. Neben dem COOL-Lehrerteam waren auch alle COOL-Klassen zur Feier geladen. Während die Schüler:innen anschließend wieder zurück in den Unterricht mussten, konnten sich die Lehrer:innen im Anschluss an die Feier mit den Vertreterinnen des Impulszentrums im Rahmen einer SCHILF austauschen und neue Ideen für die Schulentwicklung andenken.

Alexandra Fiedler


Multis 2023/2024

Unsere COOL-Multiplikator*innen sind zertifizierte COOL-Pädagog*innen, die ihr Know How aus der eigenen Praxis beziehen und regelmäßig durch Fortbildungen und Teilnahme an der Multitagung weiterentwickeln.

Je nach Schwerpunktsetzung können sie für Fortbildungen, Workshops (schulintern oder schulübergreifend), pädagogische Nachmittage, Rezertifizierungen etc. angefragt werden.  Sie stehen in der jeweiligen Region auch als Ansprechpartner*innen für COOL zur Verfügung.

Hier findest du die Liste der Multiplikator*innen 2023/2024: MULTIS


Claim: "denk.schule.cool."

Kreative Köpfe entwickelten auf der COOL-Biennale 2023 in Salzburg im Rahmen eines Open-Space-Angebots den neuen COOL-Claim "denk.schule.cool".

Das Besondere daran: Der Claim ist anpassbar und flexibel, um verschiedenen Bildungskontexten gerecht zu werden. Von "denk.schule.kreativ." bis zu "denk.schule.collaborative." und vieles mehr ist möglich.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Beteiligten für ihre Ideen und ihre Leidenschaft bei der Gestaltung des Claims. Ein besonderer Dank gilt unserer Multiplikatorin Martina Schimek aus der Adalbert Stifter Praxismittelschule, die sich als Expertin eingebracht hat.

Wir haben definitiv dem Titel der Biennale „LET´S KEEP GOING! BILDUNG HEUTE FÜR MORGEN! collaborative.communicative.creative.critical“ alle Ehre gemacht!


COOL-Planungsklausur

Vom 27. bis 30. August versammelte sich die COOL-Community in Salzburg zur jährlichen Planungsklausur. Vertreter*innen des COOL-Impulszentrums sowie Innovations- und COOL-Schulen nahmen an inspirierenden Workshops und Vorträgen teil und waren beim Teambuilding, Thema Design Thinking, Thema generativer KI und Schulentwicklung aktiv dabei.

Die Klausur stärkte das Commitment zur Bildungsinnovation und schuf einen Raum für den intensiven Austausch von Ideen und Erfahrungen. In einer entspannten Atmosphäre wurden wichtige Impulse für die zukünftige Entwicklung des Bildungsbereichs gesetzt.

Mit Stolz blickt die COOL-Community auf diese erfolgreiche Veranstaltung zurück und freut sich auf ein weiteres Jahr des Wandels und Fortschritts in der Bildung.

Hier eine Rückschau: Fotos


Schlussklausur

Das Cool-Arbeitsjahr neigt sich dem Ende zu und wir im COOL-Impulszentrum schließen es mit einer inspirierenden Schlussklausur in Linz ab. Themen wie Organisationsentwicklung, Cool-Board, COOL-Claim, die kommende Bildungsreise und die vergangenen und zukünftigen Hochschullehrgänge werden in guter Stimmung diskutiert.

Auch die Jahresplanung für das kommende Jahr verspricht viel Erfolg und gemeinsames Wachstum.

Wir blicken motiviert und voller Vorfreude in die Zukunft!


2 tolle Angebote ...

Informationen zum Thema selbst.steuern.lernen

Menschen, die etwas gerne tun, tun das meist auch besser – das ist allgemein bekannt. Gerade Lehr- und Leitungspersonen sind aber häufig mit beruflichen Situationen konfrontiert, die sie sich selber so nicht gestaltet hätten: Da gibt es bildungspolitische oder standortbezogene Entscheidungen, mit denen sie sich nicht so leicht identifizieren können. Oder sie erleben Studierende, Schülerinnen und Schüler, manchmal auch KollegInnen bzw. Vorgesetzte oder auch Eltern (im Schulalltag), die die Freude am Beruf gehörig dämpfen können.

Was tun in diesem Fall?
Durchtauchen? Drüberstehen? So tun als ob alles passt und trotzdem Spaß macht? Die eigene Hilflosigkeit zur Schau stellen? Das ist der Ausgangspunkt für die Idee „selbststeuernlernen“. Sie besteht darin, dass Menschen in Misserfolgsfall in einer positiven Beziehung zu sich selbst bleiben können oder dass sie in pädagogischen Situationen, in denen sie an ihre Grenzen gelangen (Gefahr von Ohnmacht), beziehungsfähig bleiben können.

Lehr- und Leitungspersonen
werden angeleitet und unterstützt, in sich zu gehen, um ihre beruflichen Ideale und Bedürfnisse auf der einen Seite und ihre Routinen und pädagogischen Gewohnheiten auf der anderen Seite zu erkunden. Die Zielperspektive heißt – als Frage formuliert: Wie gut gelingt mir Selbststeuerung in sozialen Situationen, insbesondere wenn der Stress- und Belastungspegel steigt? Denn von der Qualität der eigenen Selbststeuerungsfähigkeiten hängt ab, wie gut Gewohnheiten und Ideale in einen Dialog gebracht werden können, um schwierige – fach­liche und pädagogische – Situationen konstruktiv zu bewältigen.

Weitere Informationen HIER

 

Im Herbst 2023 starten zwei Weiterbildungsangebote zum Thema:

ANMELDUNGEN ab sofort bis zum 31. Mai 2023:

  LAB-Reihe selbst.steuern.lernen.

  • 4 Semester
  • vom 24. Oktober, 10:30 Uhr - 25. Oktober, 17:00 Uhr
  • weitere Termine:
    21. - 22. März 2024
    29. - 30. August 2024
    15. - 16. Jänner 2025
  • im Hotel SPES in Schlierbach
  • Anmeldung zur bundesweiten Veranstaltung: theresa.loerincz@cooltrainers.at

 

  Follow Up zur LAB-Reihe selbst.steuern.lernen.


Aktuelles vom COOL-Board

COOL-BOARD … NEWS

Das COOL-Impulszentrum freut sich, dass seit knapp einem Jahr ein intensiver Austausch mit dem neuen COOL-Board stattfindet. Nähere Infos zum COOL-Board können auf unserer Website nachgelesen werden: HIER

Im Rahmen zweier Sitzungen wurden die Eckpfeiler der Zusammenarbeit fixiert. In einem ersten Schritt erstellen wir gemeinsam eine Sammlung von spannenden und essentiellen Basiswerken zum Thema Cooperatives Offenes Lernen, welche der COOL-Community auf der Website zur Verfügung gestellt wird. Zudem werden wir versuchen, bei jeder Veranstaltung des COOL-Impulszentrums ein Boardmitglied aktiv einzubinden.

EURE Wünsche und Anregungen sind gefragt!

Anliegen bitte jederzeit an Martin Wegscheider weiterleiten: martin.wegscheider@cooltrainers.at


Aktuelles vom Förderverein

Wir freuen uns auf viele neue Fördervereinsmitglieder!

Nähere Infos zum Förderverein: HIER

Mit einem einmaligen Beitrag in Höhe von EUR 25,00 für Einzelpersonen bzw. EUR 100,00 für Institutionen (z.B. Schulen, Universitäten, Organisationen usw.) können interessierte Personen bzw. Institutionen Mitglieder werden und damit die Verbreitung des COOL-Gedankens aktiv unterstützen. Für ausländische Partnerschulen gelten Sonderbestimmungen, welche auf Anfrage übermittelt werden.

Bankverbindung: BAWAG/PSK – IBAN AT19 6000 0402 1008 0467

Anmeldeformular